Designer sagen, dass Vintage- und Antiquitätenstücke einem Raum Geschichte und Persönlichkeit verleihen können. Sie wirkungsvoll einzubinden, bedeutet jedoch mehr, als einfach einen alten Gegenstand in den Raum zu stellen. Ihr Rat lautet, einen Raum nach und nach einzurichten, kontrastierende Stile zu kombinieren und geschätzte Fundstücke zu nutzen, statt sie wie unberührbare Ausstellungsstücke zu behandeln.
Ein häufiger Fehler ist, auf einmal zu viel in Angriff zu nehmen. Die Innenraumgestalterin und Vintage-Sammlerin Nancy Cavaliere empfiehlt, mit einem kleinen Gegenstand wie einem Kunstwerk, einem Spiegel oder einer Vase zu beginnen, statt in Eile einen ganzen Raum einzurichten. Es kann besser sein, auf ein Stück zu warten, das man liebt, als einen Raum mit etwas zu füllen, das man nur der Bequemlichkeit halber ausgesucht hat. Die Designerin Sarah West schlägt vor, ein kleines Fundstück einige Tage lang an verschiedenen Stellen auszuprobieren, um zu sehen, wie es sich in den Raum einfügt.
Ein weiterer Fehler ist die Annahme, dass eine Antiquität das Herzstück des Raumes sein muss. Cavaliere sagt, Vintage-Objekte könnten problemlos neben gewöhnlichen oder zeitgenössischen Stücken stehen und so Kontraste schaffen, ohne Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Auch die Designerin Alex Bass empfiehlt, erschwingliche Vintage-Fundstücke mit modernen oder teureren Möbeln zu kombinieren; eine antike Leuchte könne beispielsweise dabei helfen, verschiedene Elemente miteinander zu verbinden.
Designer warnen außerdem davor, einen Raum auf eine einzige Epoche zu beschränken. Ein viktorianischer Stuhl erfordere kein viktorianisches Interieur, sagt Cavaliere, und Stücke aus verschiedenen Epochen könnten Persönlichkeit verleihen, wenn sie zusammenpassen. Bass weist darauf hin, dass Designperioden nicht als konkurrierende Trends betrachtet werden müssen. Materialien wie Marmor, warme Hölzer und verschiedene Metalle sowie kräftige Farben können helfen, Stücke aus unterschiedlichen Stilrichtungen miteinander zu verbinden.
Eine vierte Stolperfalle ist die Scheu, ein Stück zu verändern. Bass sagt, dass eine Neupolsterung eines hochwertig gefertigten Möbelstücks mit einem modernen Stoff einen reizvollen Kontrast schaffen kann. Cavaliere zufolge müssen abgenutzte Oberflächen oder Polsterungen einem Kauf nicht entgegenstehen, wenn das Stück Potenzial hat. Käufer sollten die Reparaturkosten in ihr Budget einplanen und für Arbeiten, die sie selbst nicht ausführen können, eine Fachkraft in Betracht ziehen. Bass rät bei wertvollen Stücken oder Gegenständen, die begutachtet werden sollen, zu besonderer Vorsicht.
Schließlich müssen Vintage-Stücke nicht ungenutzt bleiben. West sagt, dass älteres Silberbesteck auf dem Tisch verwendet werden kann, während Cavaliere vorschlägt, Gegenständen neue Funktionen zu geben: Aus Vintage-Vorhängen kann ein Betthimmel werden, kleine Schalen können Accessoires ordnen und ein Geschirrschrank kann Schuhe und Handtaschen aufnehmen. West schlägt außerdem vor, einen Schrank zu einer Bar umzubauen oder aus einer Tischdecke ein Kissen zu machen. Aus Sicht der Designer gehört es dazu, solche Fundstücke im Alltag zu verwenden – das ist ein Teil dessen, was ein Zuhause persönlich und über Jahre hinweg zusammengetragen wirken lässt.
Quellen: House Beautiful.
