Bei der Wahl einer Farbe steht oft zuerst der Farbton im Mittelpunkt, doch auch die Zusammensetzung kann eine Rolle spielen – besonders in Räumen, in denen sich Menschen viel aufhalten. Kennzeichnungen wie „VOC-frei“, „VOC-arm“ und „ungiftig“ lassen sich schwer vergleichen, da sie unterschiedliche Eigenschaften beschreiben.

Flüchtige organische Verbindungen, kurz VOC, können beim Auftragen der Farbe und während des Trocknens in die Luft gelangen und so zur Innenraumluftverschmutzung beitragen. VOC-Gehalt, chemische Emissionen und Geruch sind jedoch nicht gleichzusetzen: Auch ein VOC-freies Produkt kann beim Trocknen geringe Mengen an Chemikalien freisetzen, und ein milder Geruch beweist nicht, dass eine Farbe einen niedrigen VOC-Gehalt hat.

VOC-arme Farbe enthält eine geringere Menge dieser Verbindungen, doch allein diese Kennzeichnung sagt nichts über die allgemeine Nachhaltigkeit oder Leistungsfähigkeit eines Produkts aus. Dem Artikel zufolge sind BEHR ULTRA, MARQUEE und DYNASTY VOC-arme Innenfarben mit weniger als 50 Gramm pro Liter, während PREMIUM PLUS als VOC-frei beschrieben wird. Außerdem seien diese Produkte GREENGUARD Gold-zertifiziert – eine Auszeichnung, die sich auf chemische Emissionen konzentriert.

„VOC-frei“ bezieht sich auf den VOC-Gehalt der Farbe, während bei Emissionsprüfungen untersucht wird, welche Stoffe sie an die Luft abgibt. Der Artikel merkt an, dass BEHR fertige Farben anhand analytischer Tests auf die Einhaltung seiner Vorgaben für VOC-freie Produkte prüft. Außerdem wird erläutert, dass der VOC-Gehalt weder die Haltbarkeit und Deckkraft noch die Leuchtkraft der Farbe bestimmt. Diese Eigenschaften hängen unter anderem von Pigmenten, Harzen, der Farbgrundlage, dem Zustand der Wand, dem Auftrag und dem Ausmaß der Farbänderung ab.

Der Artikel stellt BEHR ECOMIX als eine Option vor, die mehrere Eigenschaften vereint: Das Produkt wird als VOC-frei und geruchsarm sowie als GREENGUARD Gold-zertifiziert beschrieben und besteht zu mindestens 20 % aus pflanzlichen Inhaltsstoffen. Zudem ist es als USDA Certified Biobased und Certified Asthma & Allergy Friendly ausgewiesen. Dem Artikel zufolge bietet das Produkt Beständigkeit gegen Flecken und Schrubben sowie gute Deckkraft. Der Hinweis zur Zertifizierung besagt jedoch, dass die Auszeichnung für Asthma- und Allergiefreundlichkeit keine Garantie dafür ist, dass keine Reaktionen auftreten.

Wenn VOCs, Emissionen oder Geruch wichtig sind, sollte neben dem Deckanstrich auch die Grundierung berücksichtigt werden. Der Artikel führt KILZ 2 ALL-PURPOSE und KILZ 3 PREMIUM als VOC-arme, GREENGUARD Gold-zertifizierte Optionen auf. Für hartnäckigere Flecken oder Gerüche beschreibt er KILZ ORIGINAL Interior Water-Based Primer und KILZ RESTORATION Interior Primer als wasserbasierte Alternativen, die ebenfalls GREENGUARD Gold-zertifiziert sind.

Anstatt sich auf allgemeine Begriffe wie „umweltfreundlich“ oder „ungiftig“ zu verlassen, empfiehlt der Artikel, nach konkreten, überprüfbaren Produkteigenschaften Ausschau zu halten. Dazu können VOC-Gehalt, chemische Emissionen, Geruch, erneuerbare Inhaltsstoffe und Transparenz bei den Inhaltsstoffen zählen. Zertifizierungen und Offenlegungen beziehen sich auf unterschiedliche Aspekte: GREENGUARD Gold bewertet chemische Emissionen; USDA Certified Biobased bestätigt den biobasierten Anteil; und Health Product Declarations stellen standardisierte Informationen zu Inhaltsstoffen bereit. Umweltproduktdeklarationen berichten über Auswirkungen im Lebenszyklus, während Declare und die Red List der Living Building Challenge mit der Transparenz bei Inhaltsstoffen und bedenklichen Stoffen zusammenhängen.

Die zentrale Empfehlung lautet, zunächst zu entscheiden, welche Eigenschaften am wichtigsten sind, und dann zu prüfen, was eine Kennzeichnung oder Zertifizierung tatsächlich bestätigt. Der VOC-Gehalt ist ein Faktor, doch keine einzelne Zahl und kein einzelnes Logo beschreibt das gesamte Umweltprofil einer Farbe oder ihre Leistung auf einer bestimmten Wand.

Quellen: Apartment Therapy.